Energieausweis für ein altes Haus beantragen 2024: So geht's!

Nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) müssen Eigentümer älterer Gebäude bei Verkauf oder Neuvermietung einen gültigen Energieausweis vorlegen. Dieser Ausweis, der von qualifizierten Fachkräften ausgestellt wird, hat eine Gültigkeit von 10 Jahren.

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Das Wichtigste in Kürze:

  • Ein Energieausweis ist bei Verkauf oder Neuvermietung erforderlich.
  • Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt den Energieausweis vor.
  • Der Energieausweis gilt 10 Jahre.
  • Qualifizierte Fachkräfte stellen den Energieausweis aus.
  • Bestimmte Baujahre benötigen keinen Energieausweis.
  • Einige Gebäudearten sind von der Energieausweispflicht ausgenommen.
Inhaltsverzeichnis

Energieausweis für altes Haus beantragen

Ein Energieausweis, insbesondere ein Verbrauchsausweis, gibt Auskunft über den Energieverbrauch und die Heizkosten einer Immobilie, was besonders bei historischen Gebäuden von Bedeutung ist. Eigentümer können hierdurch den energetischen Zustand ihres Hauses nachvollziehen und gezielt Maßnahmen zur Effizienzsteigerung ergreifen.

Zur Beantragung eines Energieausweises für ein altes Haus sind detaillierte Informationen über das Gebäude notwendig. Diese umfassen Baujahr, Art der Heizung und Dämmung sowie andere spezifische Baumerkmale. Ein zertifizierter Energieberater kann dabei helfen, die erforderlichen Daten zu erfassen und den Energieausweis auszustellen.

Energieausweis

Beispiel: Energieausweis

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Notwendige Unterlagen vorbereiten

Bei der Beantragung eines Energieausweises müssen zahlreiche Unterlagen—darunter Baupläne—und technische Dokumentationen bereitgestellt werden.

Zu den benötigten Dokumenten gehören auch Nachweise über durchgeführte Modernisierungen und energetische Sanierungen, um ein akkurates Bild des Gebäudestandards, insbesondere bei Altbau, zu erhalten.

Ergänzend sollten Heizungs- und Lüftungsprotokolle, sowie Energieverbrauchsabrechnungen der letzten Jahre beigefügt werden, um den energetischen IST-Zustand genau darzustellen.

Zuständige Stelle finden

Um einen Energieausweis zu beantragen, müssen Sie sich an die zuständige Stelle wenden. Dies können verschiedene Institutionen sein, je nach Region und Art des Energieausweises.

  • Energieberater: Diese professionellen Fachleute können oft direkt helfen und sind mit den regionalen Vorschriften vertraut.
  • Lokale Handwerkskammer: Hier erhalten Sie eine Liste zertifizierter Energieberater und Unternehmen.
  • Verbraucherzentralen: Sie bieten oft Beratungsleistungen rund um Energieeinsparung und Energieausweise.
  • Kommunale Energieagenturen: Diese Einrichtungen geben Auskunft und unterstützen bei der Antragstellung.
 

In der Regel wird ein zertifizierter Energieberater beauftragt, der die Energieeffizienz Ihres Hauses bewertet.

Die regionalen Vorschriften und Anforderungen können variieren. Daher ist eine genaue Recherche essenziell, um die richtige Stelle zu finden.

Kosten und Bearbeitungszeit

Die Kosten für einen Energieausweis können je nach Anbieter und Umfang der Analyse variieren. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus liegen die Preise in der Regel zwischen 300 und 500 Euro.

Seit 2014 sind sowohl Bedarfs- als auch Verbrauchsausweise zulässig, wobei der Bedarfsausweis oft teurer ist. Die genaue Wahl hängt von der Bauweise und Nutzung des Hauses ab. Falls ein Energieberater ins Haus kommen muss, erhöhen sich die Kosten entsprechend.

Die Bearbeitungszeit für einen Energieausweis liegt meist zwischen einer und drei Wochen. Dies hängt vom Aufwand der Analyse und der aktuellen Auftragslage des Energieberaters ab. Eine rechtzeitige Beauftragung ist daher ratsam.

Für einfache Gebäude und bei bereits vorhandenen Daten kann die Ausstellung des Energieausweises schneller erfolgen. Detaillierte Berechnungen und umfangreiche Datenerhebungen benötigen jedoch mehr Zeit. Der Energieausweis hat eine Gültigkeit von zehn Jahren und sollte danach erneuert werden.

Eine frühzeitige Planung und Beauftragung vermeidet Verzögerungen im Verkaufs- oder Vermietungsprozess. Hierbei hilft eine rechtzeitige Klärung aller erforderlichen Unterlagen.

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Voraussetzungen und Baujahr

Um einen Energieausweis für ein altes Haus zu beantragen, sind bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen, die vom Baujahr abhängen. Häuser, die nach 1978 errichtet wurden, müssen zwingend einen Energieausweis vorlegen, während ältere Gebäude teilweise Ausnahmen genießen können, je nach Art und Zustand des Gebäudes sowie den bereits implementierten Energiestandards.

Ausnahmen und Sonderfälle

Diese Tabelle bietet einen Überblick über die Ausnahmen und die Fälle, in denen ein Energieausweis erforderlich ist.

Nicht alle Gebäude benötigen einen Energieausweis, sodass einige Ausnahmen und Sonderfälle zu beachten sind.

Denkmalschutzobjekte sind beispielsweise von der Pflicht befreit.

Auch gibt es bestimmte Gebäude, die nicht ständig genutzt werden, wie Ferienhäuser, bei denen eine Ausnahme gelten kann. Darüber hinaus sind Gebäude mit weniger als 50 Quadratmetern Nutzfläche ebenfalls von der Nachweispflicht ausgenommen.
Diese spezifischen Regelungen entlasten Eigentümer in bestimmten Fällen und ermöglichen eine flexible Handhabung der Energieeinsparverordnung (EnEV). Es empfiehlt sich, im Zweifelsfall rechtliche Beratung in Anspruch zu nehmen, um klarzustellen, ob eine Ausnahme greift.

Grenzjahr und Regelungen

Ein entscheidendes Grenzjahr ist das Jahr 1978, da ab diesem Zeitpunkt die Energieeinsparverordnung (EnEV) maßgeblich wurde.

Vor diesem Jahr errichtete Gebäude unterliegen oft abweichenden Regelungen.

Für Gebäude, die vor 1978 gebaut wurden, können spezifische Ausnahmefälle gelten, sodass nicht immer ein Energieausweis zwingend erforderlich ist. Diese Ausnahmeregelungen sind abhängig von Faktoren wie dem Denkmalschutzstatus, baulichen Änderungen und dem allgemeinen Zustand des Gebäudes.

Darüber hinaus gibt es bestimmte Gebäudearten, die keine Energieausweispflicht haben. Dazu gehören beispielsweise Ferienhäuser, die nicht regelmäßig bewohnt werden, sowie Gebäude unter 50 Quadratmetern Nutzfläche. Bei Zweifeln empfiehlt es sich, eine rechtliche Beratung hinzuzuziehen, um die Einhaltung der aktuellen gesetzlichen Vorgaben sicherzustellen.

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Experte oder Selbst machen?

Beim Energieausweis stellt sich die Frage, ob man diesen selbstständig erstellen oder einen Fachmann beauftragen sollte. Der Prozess erfordert genaue Kenntnisse der aktuellen Energieeinsparverordnung und bauliche Details des Gebäudes. Ein zertifizierter Energieberater verfügt über das nötige Fachwissen und Erfahrung, um einen korrekten und rechtssicheren Energieausweis zu erstellen. Zudem kann er wertvolle Empfehlungen für energetische Verbesserungen geben. Wer sich im rechtlichen und technischen Bereich nicht sicher ist, sollte einen Experten beauftragen, um Fehler zu vermeiden und einen qualitativ hochwertigen Energieausweis zu erhalten.

Professionelle Hilfe vs. Eigenleistung

Ein Energieausweis kann prinzipiell selbst erstellt werden, doch viele wählen professionelle Hilfe. Warum?

Professionelle Dienstleister, wie zertifizierte Energieberater, bringen detailliertes Fachwissen und Erfahrung mit. Sie haben Zugang zu den notwendigen Tools und Berechnungsverfahren.

Im Gegensatz dazu erfordert die Eigenleistung intensive Recherchen und das Verständnis komplexer technischer und rechtlicher Vorgaben. Fehler können zu rechtlichen Konsequenzen führen.

Der Einsatz von professioneller Hilfe minimiert Fehler und sorgt für einen rechtssicheren und präzisen Energieausweis. Zudem erhalten Eigentümer Tipps zur Energieoptimierung.

Eigenleistung spart Geld, bringt jedoch ein höheres Fehlerpotenzial und mehr Zeitaufwand mit sich.

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Vor- und Nachteile abwägen

Bevor man einen Energieausweis für ein älteres Haus beantragt, sollte man die Vor- und Nachteile sorgfältig abwägen.

  • Vorteile einer professionellen Erstellung: Präzise Berechnungen, Rechtssicherheit, Optimierungstipps
  • Nachteile einer professionellen Erstellung: Höhere Kosten
  • Vorteile der Eigenleistung: Kostenersparnis
  • Nachteile der Eigenleistung: Komplexität, Fehlerpotenzial, Zeitaufwand

Eine professionelle Erstellung ist besonders bei Unsicherheiten zu empfehlen.

Eigenleistung ist eine Option für technisch versierte Eigentümer mit viel Zeit.

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Energieeinsparpotenziale erkennen

Ein Energieausweis bietet detaillierte Informationen über den energetischen Zustand eines Gebäudes. Diese Informationen sind unverzichtbar, um Schwachstellen zu identifizieren und gezielte Maßnahmen zur Energieeinsparung einzuleiten.
Dabei helfen konkrete Empfehlungen und energetische Modernisierungsvorschläge, um langfristig Kosten zu senken und den CO₂-Ausstoß zu reduzieren.

Sanierungsmaßnahmen planen

Sanierungsmaßnahmen können die Energieeffizienz eines Hauses erheblich verbessern, wodurch langfristig Kosten gesenkt und der Wert der Immobilie gesteigert wird.

Umfangreiche Sanierungsmaßnahmen sollten im Rahmen eines umfassenden Sanierungskonzepts geplant werden. Ein solches Konzept berücksichtigt die spezifischen Gegebenheiten des Hauses sowie die finanziellen und zeitlichen Ressourcen des Eigentümers. Zudem kann es sinnvoll sein, die Beratung von Energieberatern oder Architekten in Anspruch zu nehmen, um optimale Maßnahmen zu identifizieren.

Prioritäten setzen ist dabei essenziell. Beginnen Sie mit Maßnahmen, die das höchste Einsparpotenzial haben, wie die Dämmung von Dach und Wänden oder den Austausch alter Fenster. Solche Maßnahmen erhöhen nicht nur die Energieeffizienz, sondern tragen auch erheblich zur Wohnqualität bei.

Nicht zu vergessen ist die Finanzierung. Nutzen Sie staatliche Förderprogramme und Zuschüsse, die für energetische Sanierungen angeboten werden. Diese können einen Großteil der Kosten decken und so die finanzielle Belastung verringern. Eine gut durchdachte Planung und die Nutzung externer Beratungs- und Fördermöglichkeiten führen zu einer erfolgreichen und nachhaltigen Sanierung.

Förderprogramme nutzen

Förderprogramme sind ein essenzielles Instrument, um die Kosten von Sanierungsmaßnahmen erheblich zu reduzieren. Sie bieten finanzielle Unterstützung für verschiedene energetische Modernisierungsprojekte.

Durch die Inanspruchnahme von Förderprogrammen können Immobilienbesitzer die finanziellen Aufwendungen für Maßnahmen wie Dämmung, Heizungserneuerung oder Fensterwechsel deutlich senken. Dies macht energetische Sanierungen attraktiver.
Die KfW-Bank und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bieten diverse Fördermöglichkeiten an. Diese reichen von Zuschüssen über zinsgünstige Darlehen bis hin zu umfangreichen Beratungsförderungen. Ein sorgfältiger Vergleich der Programme lohnt sich.

Ein Förderantrag sollte frühzeitig im Sanierungsprozess gestellt werden, idealerweise vor Beginn der Baumaßnahmen. Dadurch wird sichergestellt, dass die vollen Vorteile der Förderung genutzt werden können und mögliche finanzielle Engpässe vermieden werden.

Zusätzliche Informationen und Antragsunterlagen können auf den Websites von KfW und BAFA heruntergeladen werden. Eine professionelle Beratung kann die Chancen auf eine erfolgreiche Antragstellung erhöhen.

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Unser Fazit

Der Energieausweis für ein altes Haus ist entscheidend beim Verkauf oder der Vermietung. Er gibt Käufern und Mietern Einblick in den energetischen Zustand der Immobilie. Um ihn zu beantragen, werden genaue Informationen wie Baujahr, Heizung und Dämmung benötigt. Die Zusammenarbeit mit Energieberatern ist wichtig. Es ist ratsam, frühzeitig alle erforderlichen Unterlagen zu beschaffen und einen Profi zu konsultieren. Die Kosten und Bearbeitungszeit variieren je nach Anbieter.

Professionelle Hilfe kann Fehler vermeiden und den Wert der Immobilie steigern. Es gibt Ausnahmen für Denkmalschutzobjekte oder Gebäude mit geringer Nutzfläche. Eine sorgfältige Planung und Vorbereitung sind entscheidend für erfolgreiches energetisches Management von Altbauten.

Disclaimer

Die Empfehlungen und Informationen aus diesem Ratgeber sind unverbindlich und ohne jede Gewähr und haben zudem keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit.

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